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Ernährung der Katze

Wenn Ihre Katze gesund wachsen, ein glattes und glänzendes Fell bekommen, aktiv und gesund bleiben und sich fortpflanzen soll, dann braucht sie täglich eine vollwertige und ausgewogene Ernährung. Mit anderen Worten: Sie benötigt eine Nahrung, die sämtliche Nährstoffe in der geeigneten Menge enthält. Entscheidend können nur geringe Mengen an Proteinen oder weniger als ein Milligramm Kupfer sein; aber das Fehlen eines dieser Nährstoffe wird langfristig zu schlimmen Folgen für die Gesundheit Ihrer Katze führen.

Ihre Katze ist ein wahrer Fleischfresser. Das bedeutet, dass sie perfekt darauf eingestellt ist, kleine Nagetiere und andere Kleintiere zu verzehren, von denen sich ihre wilden Verwandten stets ernähren. Als richtiger Fleischfresser verdaut sie proteinreiche (Geflügel, Fisch, Ei...) und fettreiche Kost (Fette und Öl) besonders gut. Ihre Fähigkeit Stärke (Reis, Mais, Kartoffeln) zu verdauen ist jedoch begrenzt. Deshalb sollten Katzen möglichst nur durch Erhitzung aufgeschlossene Stärke in begrenzter Menge erhalten.

Katzen benötigen in ihrer Nahrung auch unbedingt Taurin (essentielle Aminosäure), Arginin (Aminosäure), Arachidonsäure (essentielle Fettsäure), Vitamin A und Niacin (ein Vitamin der B-Gruppe). Diese Details weisen daraufhin, dass es absolut nicht anzuraten ist, die Katze mit Hundefutter zu ernähren. Hundefutter ist oft zu protein- und fettarm und enthält zuviel Stärke für die Katze. Zudem enthält Hundefutter nicht das lebensnotwendige Taurin.

In der Regel nehmen Katzen ihre Nahrung in kleinen Portionen auf. Neigt Ihre Katze jedoch dazu die gesamte Tagesration auf einmal zu verschlingen, sollten Sie ihr über den Tag verteilt kleinere Portionen anbieten. Andererseits kann die Katze auch tagelang fasten, wenn ihr die Nahrung nicht schmeckt. Längeres Fasten (über mehrere Wochen) führt bei Ihrem Gefährten zu ernsthaften Gesundheitsschäden. Daher muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Katze regelmäßig und gut frisst. Im Gegensatz zu dem, was viele Katzenhalter meinen, braucht die Katze nicht viel Abwechslung in ihrer Ernährung; vorausgesetzt, ihre Nahrung enthält alle für die Katze erforderlichen Nährstoffe in den richtigen Mengen. Zwar ist die Katze auch neugierig, wenn sie etwas Neues serviert bekommt. Sie lässt es aber auch schnell stehen, wenn es ihr nicht schmeckt.

NAHRUNG

Erwachsene Katzen

Zur Deckung des Nahrungsbedarfs Ihrer Katze, haben Sie die Wahl zwischen der von Ihnen zuhause zubereiteten Kost und einer im Handel erhältlichen, industriellen Vollnahrung.

Die zuhause zubereitete Kost bereiten Sie auf der Grundlage von Reis, Fleisch, Gemüse u. a. zu. Ihr Vorteil liegt darin, dass Sie die Qualität der Zusammensetzung kontrollieren. Ihr Nachteil besteht in den Kosten, der erforderlichen Arbeit und, was schwerer wiegt, dem Risiko der Unausgewogenheit, wenn sie nämlich nicht alle Nährstoffe in den erforderlichen Mengen enthält, die Ihre Katze braucht.

Eine hochwertige "industrielle" Vollnahrung hat den Vorzug, dass sie garantiert alle Nährstoffe enthält, die Ihre Katze benötigt. Sie wird mit Sorgfalt hergestellt, da bei der Produktion ähnlich strenge Hygienevorschriften gelten wie für die Herstellung von Lebensmitteln für den Menschen. Katzen mögen diese Nahrung sehr, da nur ausgesuchte Zutaten verarbeitet werden. (Anmerkung: Auch eine hochwertige "industrielle" Nahrung kann künstliche Antioxidantien und Konservierungsstoffe enthalten, die Gesundheit ihrer Katze gefährden!)

Um ein langes Katzenleben zu ermöglichen sollten Sie Ihrer Katze eine Nahrung anbieten, die auf ihre spezielle Lebenssituation (Alter, Gewicht, Aktivität) abgestimmt ist. Stellen Sie sicher, dass Katzen nur zwischen dem 1. - 10. Lebensjahr eine harnansäuernde Nahrung, zur Harnstein- (Struvitstein) Prophylaxe erhalten. Bspw. kann sich eine Harnansäuerung bei Katzenjungen ungünstig auf die Entwicklung auswirken. Will man dann das optimale Körpergewicht eines kastrierten Tieres gewährleisten, müssen Sie die Rationen nach der Kastration unbedingt reduzieren, oder eine fettärmere Kost anbieten.

Feuchtnahrung

Die in Dosen oder Schalen verpackte Feuchtnahrung enthält im Schnitt 80% Wasser. Zur Deckung des Nahrungsbedarfs einer 4 kg schweren Katze benötigt man ca. 200 g pro Tag.

Trockennahrung

Trockennahrung enthält in der Regel nur zwischen 8 und 10% Wasser. Eine hochwertige Vollnahrung enthält alle wichtigen Nährstoffe, die die Katze braucht (Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Vitamine). Zudem ist eine hochwertige Trockennahrung preiswert und praktisch: eine Katze mit 4 kg Gewicht benötigt lediglich 60g täglich.

Trockennahrung verdirbt nicht im Fressnapf. Daher ist sie hervorragend für die Ernährungsgewohnheiten der Katze geeignet, die ihre Tagesration gern auf viele einzelne Mahlzeiten aufteilt. Außerdem entwickeln Kroketten nicht so einen starken Geruch.

Füttern Sie Ihre Katze nie ausschließlich mit Trockenfutter!

Katzenjunge (jünger als 10 Wochen)

Bis zur 4. Woche erhalten Katzenjunge eine Aufzuchtmilch falls die Katzenmutter nicht säugen kann. Ab der 5. Woche können Katzenjunge mit Trockennahrung ernährt werden, die zuerst als ein mit warmen Wasser versetzten Brei verabreicht wird. Nach und nach wird dann die Flüssigkeitsmenge verringert, bis etwa in der 12. Woche nur noch Trockennahrung gegeben wird.

Katzenjunge (älter als 10 Wochen) und trächtige Katzen

Katzenjungen, trächtige und laktierende Katzen haben vergleichbare Nahrungsbedürfnisse. Um diese Bedürfnisse zu decken, ist eine speziell angepasste Nahrung nötig. Diese sollten sowohl Katzen während der Dauer der Trächtigkeit und Laktation als auch Katzenjunge bis zum Alter von l2 Monaten erhalten.

Katzen mit Übergewicht

Übergewicht ist gefährlich für die Gesundheit Ihrer Katze, ihr zu helfen zum Idealgewicht zurückzukehren ist es notwendig, ihr eine Nahrung anzubieten, die weniger energie- und fetthaltig ist, dafür aber mehr Fasern enthält. Einige Krankheiten sind stark mit Übergewicht verbunden, so wie z. B. Diabetes mellitus, Leberverfettung, Harnsteine und Hauterkrankungen.

Ein Beispiel für Übergewicht bei Katzen ->

https://youtu.be/7HREOWhfH_Y

Empfindliche Katzen

Einige besonders empfindliche Katzen vertragen weniger Stärke als andere. Für sie empfehlen wir eine stärkearme Spezialnahrung, die mehr Fett enthält. Achten Sie dabei auf die richtigen Rationen, damit übermäßige Gewichtszunahme oder gar Fettleibigkeit vermieden werden. Bestimmte Krankheiten können mit Hilfe richtiger Ernährung geheilt bzw. gelindert werden.

Ältere Katzen

Katzen leben im Durchschnitt ca. 14 Jahre, einige werden sogar bis zu 20 Jahre alt. Im Alter von 10 hat die Katze also noch einige schöne Jahre vor sich. Nun wird eine Nahrung benötigt, die die typischen Alterserscheinungen kompensiert, wie z. B. die Abnahme der Verdauungskapazität, verringerte Kaufähigkeit und verringerter Appetit. Die Nahrung sollte leicht zu knabbern, hoch schmackhaft und aus den allerbesten Rohstoffen hergestellt sein, damit sie gut schmeckt und leicht verdaulich ist.

Die höhere Dosis Vitamin C und E sowie die Reduzierung des Phosphorgehaltes verlangsamen die Alterungsprozesse. Eine genau abgestimmte Menge an Fasern erleichtert zusätzlich den Verdauungsprozess.

WAS MAN BESSER NICHT TUN SOLLTE

Katzen-Glück | Bild: Denis Zilber

Bestimmte Ernährungsgewohnheiten können schlimme Folgen für die Gesundheit Ihrer Katze haben:

Rein fleischliche Kost, Innereien (Lunge oder Leber): Die Katze frisst nicht nur die Muskelfasern ihrer Beute, sondern auch die Knochen und die Eingeweide sowie der Inhalt. So ist ihre Ernährung ausgewogen. Fleisch und Innereien enthalten hingegen nicht alle notwendigen Nährstoffe, die die Katze braucht. Diese Unterversorgung führt bspw. zu einem schwachen Knochenbau oder einem schlechten Immunsystem. Zudem führt eine Überversorgung mit Vitamin A enthaltender Leber bzw. Lebertran auf Dauer zu Vergiftungen.

Essensreste vom Familientisch: Diese Nahrung enthält nicht alle Nährstoffe, die die Katze braucht. Außerdem riskieren Sie die Fettleibigkeit Ihrer Katze, da Essensreste meistens zu fett sind. Ferner ist es nicht gut, Ihre Katze an das Betteln bei Tisch zu gewöhnen. Es ist einfacher, solche schlechten Angewohnheiten von vornherein zu vermeiden, als sie hinterher abzustellen.

Abrupte Umstellung der Ernährung: Ihre Katze braucht Zeit für die Gewöhnung an eine neue Nahrung. Beachten Sie das nicht, so kommt es zu weichem Stuhl oder sogar zu Durchfall. Will man solche Probleme vermeiden, empfiehlt es sich, die neue Nahrung nach und nach in immer größeren Anteilen der alten Nahrung beizumischen, bis man die alte Nahrung nach ca. einer Woche ganz weglassen kann.

Milch: Die meisten Katzen verdauen Laktose (Milchzucker) schlecht. Zu große Mengen Milch können daher zu weichem Stuhl oder gar Durchfall führen. Dieses Problem kann man dadurch lösen, dass man nach dem Absetzen die Milch nach und nach ganz vom Speiseplan nimmt. Die laktosefreie Milch ist auch eine gute Lösung.

Exzessive Nahrungsaufnahme: Wie bei den Menschen führt exzessive Nahrungsaufnahme auch bei Katzen zur Fettleibigkeit. Daher ist es sehr wichtig, die Rationen der jeweiligen Körperform der Katze anzupassen.

DAS SIND KEINE VORURTEILE

Oft hört man:

"Trockennahrung ist nicht gut für Katzen. Katzen, die mit Kroketten ernährt werden, leiden oft an Erkrankungen der Harnwege (Blasenentzündung, Harnsteine)." Das ist richtig!

"Tierärzte erhalten keine umfassende Ausbildung in Katzenernährung. Die Informationen, die sie erhalten, kommen oftmals von der Futtermittelindustrie." Das ist auch richtig!

Was die Katzen noch alles mögen

Protein:

Fisch:

Milchprodukte:

Nahrungsergänzung

Fischöl oder Lachsöl, 1 - 2 Kapseln pro Woche, Bezugsquelle: Apotheke.

Fisch- und Lachsöl enthält wertvolle Omega-3-Fetsäuren, die positive Wirkung auf den Fettstoffwechsel ausüben und so Herz und Kreislauf schützen.

Meine Tipps

Geben Sie ab und zu in das Nass- oder Trockenfutter ein paar Tropfen kaltgepresstes Oliven- oder Weizenkeimöl.

Olivenöl

Olivenöl besteht wie alle anderen Öle aus Triglyceriden, also Fettsäuren. Die wenigen Nichtfettanteile bestehen aus vielen anderen Verbindungen, die das Aroma, die Haltbarkeit und die gesundheitlichen Vorzüge des Olivenöls ausmachen.

Weizenkeimöl

Weizenkeimöl wird aus dem Keim des Weizenkorns gewonnen. Sein hoher Gehalt an Vitamin E machen das Öl zu einem oft verwendeten Diätöl. Vitamin E hat die Eigenschaft sich durch Säure und bei Hitzeeinwirkung zu zersetzen. Dadurch verliert es seine biologische Wirkung. Darum sollte Weizenkeimöl möglichst frisch und nur für die Zubereitung von kalten Speisen verwendet werden.

Weizenkeimöl enthält pro 100 Gramm etwa:

17,2 Gramm gesättigte Fettsäuren

17,2 Gramm gesättigte Fettsäuren

15,6 Gramm einfach ungesättigte Fettsäuren

64,7 Gramm mehrfach ungesättigte Fettsäuren

215 Milligramm Vitamin E

Haferflocken

Geben Sie ins Nassfutter oder Hackfleisch (Rind) ein wenig Haferflocken. Dafür geeignet sind nicht nur speziell in Zoogeschäften erhältliche Haferflocken für Katzen, sondern auch Kölln Vollkorn-Flocken (Blau Packung oder Kölln Schmelzflocken (Weiße Packung) aus Ihrem Supermarkt.  

Die Wirkung des Hafers:

Unter den verschiedenen Getreidearten nimmt der Hafer eine Sonderstellung ein, denn er besitzt einen besonders hohen Nährstoffreichtum, hochwertiges Pflanzenfett, biologisch wertvolles Eiweiß sowie eine Vielzahl von Mineralien und Vitaminen bleiben bei der speziellen Produktionsweise weitestgehend erhalten. Die moderne Ernährungswissenschaft hat nachgewiesen, dass der regelmäßige Verzehr von Haferprodukten eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den Organismus ausübt. Dies ist bedingt durch den außerordentlich hohen Gehalt an einer Vielzahl von folgenden Inhaltsstoffen:

Eiweiß

Eiweiß ist verantwortlich für den Muskelaufbau sowie für den reibungslosen Ablauf von Stoffwechselvorgängen. Eiweiß (Protein) kommt im Hafer in höherer Konzentration vor als in anderen Getreideprodukten. Für den Nährwert von besonderer Bedeutung ist die hohe "biologische Wertigkeit" des Hafereiweißes. Einige Aminosäuren sind für den Organismus lebensnotwendig und müssen dem Körper, der diese nicht selbst liefern kann, von außen durch das Futter zugeführt werden.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sind wie Treibstoffe für den Körper. Sie werden in Arbeitsleistung und Körperwärme umgesetzt. Eines dieser Kohlenhydrate ist die Stärke, die mit rund 60% im Hafer enthalten ist und leicht verdaulich ist. Zu den Kohlenhydraten zählen auch die Ballaststoffe. Von den Ballaststoffen gehen besondere Wirkungen aus; dabei werden zwei Effekte unterschieden: Der direkte Effekt geht von Ballaststoffen insofern aus, als dass der vermehrte Verzehr ballaststoffreicher Nahrung ein verlängertes Sättigungsgefühl nach sich zieht. Damit geht häufig auch eine Gewichtskorrektur einher. Außerdem üben sie eine verdauungsfördernde Wirkung aus. Der direkte Effekt der Ballaststoffe liegt dann vor, wenn sie Einfluss auf den Stoffwechsel - z.B. auf den Cholesterinspiegel und die Blutfettzusammensetzung - ausüben. Lösliche Ballaststoffe regen die Bildung von Gallensäuren aus Cholesterin an. Dadurch gelangt weniger Cholesterin ins Blut - der Cholesterinspiegel sinkt.

Pflanzenfett

Der Gehalt an Pflanzenfett übertrifft den anderer Getreidearten bei weitem. Darüber hinaus ist das Haferfett ernährungsphysiologisch besonders wertvoll. Es kann heute als gesichert angesehen werden, dass die sogenannten hochungesättigten Fettsäuren, die im Hafer in erster Linie durch die Linolsäure vertreten sind, eine vorbeugende Wirkung gegenüber Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems haben und den Cholesterinspiegel des Blutes bei regelmäßigem Genuss deutlich herabsetzen.

Vitamine

Vitamine der B-Gruppe und Vitamin E sind im Hafer in hoher Konzentration enthalten. Besonders reich ist der Hafer an Vitamin B1, dem "Nervenvitamin". Es ist für die Funktion des Nervensystems unentbehrlich, ein Mangel kann zu Unruhe oder Hyperaktivität führen.

Mineralstoffe

Die Mineralstoffe Calcium, unentbehrlich für die Knochen-, und Zahnbildung und Eisen, erforderlich für die Blutbildung, sind im Hafer in erheblich höheren Mengen vorhanden als in allen anderen Getreidesorten. Das gleiche gilt für Magnesium, Mangan, Kupfer und Zink, die alle eine wichtige Funktion bei zahlreichen Stoffwechselvorgängen haben.

Fazit: Die Produkte, die auf der Basis von Hafer hergestellt werden, sind durch ihre gesundheitsfördernden Wirkungen ein Muss in der täglichen Ernährung eines jeden Heimtieres. Vor allem vor dem Hintergrund, dass viele Heimtiere unter ernährungsbedingten Gesundheitsproblemen zu leiden haben, ist der cholesterinsinkende Effekt von großer Bedeutung. Dieser ist haferspezifisch und fehlt anderen Getreidearten. Alle weiteren Qualitäten, die der Hafer aufweist, tragen zu einer besonderen Vitalität des Heimtieres bei und helfen mit, das Tier ein Leben lang vor Mangelschäden zu schützen.

Stefanie Grüß Tip! Es ist besser den Hafer nicht schon fertig verarbeitet (geflockt etc.) zu verwenden sondern das frische Korn. Es kann selbst verflockt, verschrotet oder gemahlen werden. Da Hafer sehr weich ist, geht das auch einfacher. Sie fragen sich warum so viel Mühe machen? Nun Die Bestandteile des Hafers sind empfindlich und nur im verschlossenen ungeöffneten also ganzen Korn wirklich haltbar. Sobald die Fette frei gesetzt sind wird Hafer sehr schnell ranzig. Um dem vorzubeugen wird Hafer in der maschinellen Verarbeitung erhitzt. Dadurch werden die Fette nicht mehr ranzig. Allerdings sind sie dadurch auch schon wieder verändert und haben nicht mehr die Qualität frischen Hafers. Wenn Sie dieses Thema mehr interessiert, dann lesen Sie dazu das Buch: "Naturnahe Ernährung für Katzen" von Birgit Frost.

Frage: Wenn man ganze Haferkörnchen z.B. dem Naßfutter beimischen würde? Sie müssten auch ganz gut verdaut werden, oder? In der freien Natur, wenn Katzen Mäuse verschlingen, haben Mäuse oft im Magen unverdaute Körner. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Stefanie Grüß: Auch Mäuse zerkleinern die Körner beim fressen, denn sie sind viel zu groß für sie zum Schlucken. Zudem sind die reinen Haferkörner (ohne Spelzen) von einer Art Schutzhülle umgeben, die die Verdauung erst einmal aufspalten muß um an den Inhalt des Korns zu gelangen. Das kann etwas schwieriger sein. Es ist sicherlich eine Frage der Gewöhnung, denn auch das Verdauungssystem der Katze gewöhnt sich an die Nahrungsbestandteile, die regelmäßig zugeführt werden und aktiviert die entsprechenden Enzyme.

Ich würde raten die Körner auf jeden Fall zu eröffnen, besonders wenn mit der Zufütterung begonnen wird. Es kann durchaus sein, daß zuerst immer noch geschrotete Körner im Kot zu finden sind, so lange hat sich die Verdauung noch nicht vollständig gewöhnt und schafft es nicht die Körner aufzuspalten. Sobald diese weg sind kann durchaus ab und an das ganze Korn probiert werden. Sollten dann aber für längere Zeit immer noch die ganzen komplett unangetasteten Körner im Kot sein sollten sie auf jeden Fall weiterhin geschrotet werden.

Flocken bieten natürlich eine bessere Angriffsfläche, allerdings ist es schwieriger sie selbst herzustellen, daher empfehle ich die Körner zu malen oder Schroten.

Wissenswertes

Katzen verfügen über ganz eigene physiologische und verdauungstechnische Besonderheiten: einen stark ausgeprägten Geruchssinn, eine schwache geschmackliche Sensibilität und das typische Verdauungssystem eines Fleischfressers (geringere Verdauungskapazität).

Mensch Hund Katze
Anzahl der
Geruchs-
zellen
5-20 Mio. 70-200 Mio. 60-65 Mio.
Anzahl der
Geschmacks-
zellen
9.000 1.700 500
Bedeutung des
Verdauungs-
apparates
10% 2,7-7% 2,8-3,5%
Länge des Dünn-
darms
6-6,5 m 1,7-6 m 1-1,7 m